2026 Ingolstadt

Lichtmasterplan Ingolstadt

Klenzepark

Auftraggeber
Stadt Ingolstadt

Geplante Fertigstellung:
2026

Projektteam DAY & LIGHT
Frank Vetter
Stefan Vetter
Julia Wallner

Licht-Qualität statt Quantität

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Licht prägt unsere Wahrnehmung des urbanen Raums – nicht nur am Tag, sondern ganz besonders bei Nacht. Beleuchtungskonzepte und Lichtmasterpläne leisten dabei einen wesentlichen Beitrag zur Gestaltung des öffentlichen Raums, zur Steigerung der Lebensqualität sowie zur Identität einer Stadt. Sie definieren Plätze und Wege, heben städtebauliche Strukturen hervor und ermöglichen intuitive Orientierung im nächtlichen Stadtbild.
Der Lichtmasterplan Ingolstadt (LMPI) setzt sich mit der gezielten Ordnung und Gestaltung des städtischen Lichtbildes auseinander. Er soll ein praxistaugliches Werkzeug für die Stadtplanung der kommenden Jahre sein – ganzheitlich, nachhaltig und gestalterisch fundiert. Ziel ist es, ein ausgewogenes, charakterstarkes und umweltschonendes Nachtbild zu schaffen, das sowohl die historische Altstadt als auch moderne Stadtbereiche angemessen berücksichtigt.
Ein zentrales Anliegen des LMPI ist es, die herkömmliche Vorstellung zu überwinden, dass „mehr Licht“ gleichbedeutend mit „besserem Sehen“ sei. Lange Zeit wurde die Qualität von Beleuchtung vor allem an ihrer Helligkeit bemessen – an der Lichtmenge, die eine Leuchte abgibt. Doch eine übermäßige, schlecht gesteuerte oder blendende Beleuchtung verbessert das Sehen nicht – sie verschlechtert es. Hohe Leuchtdichten führen durch das Adaptionsverhalten des Auges dazu, dass dunklere Bereiche schlechter wahrgenommen werden.
Der LMPI stellt daher den Sehkomfort – also die Qualität des Sehens im nächtlichen Stadtraum – in den Mittelpunkt. Eine gute Beleuchtung zeichnet sich nicht durch maximale Lichtabgabe, sondern durch gezielte Lichtlenkung, gute Abschirmung und geringe Blendung aus. Nur so entstehen Räume mit angenehmer Lichtatmosphäre, guter Erkennbarkeit und hoher Aufenthaltsqualität. Darüber hinaus bedeutet ein hoher Sehkomfort auch geringere Beleuchtungsstärken – was nicht nur technisch anspruchsvoll, sondern auch energetisch und ökologisch sinnvoll ist.
Um diesem Anspruch gerecht zu werden, müssen alle Lichtquellen im Stadtraum – von der Straßenbeleuchtung über private und gastronomische Außenanlagen bis hin zu Werbe- und Fassadenbeleuchtung – unter einem gemeinsamen gestalterischen und funktionalen Rahmen betrachtet werden. Der LMPI liefert dafür die notwendige Grundlage.
Mit dem vorliegenden Lichtmasterplan positioniert sich Ingolstadt als zukunftsorientierte Stadt, die das Thema Licht umfassend denkt – als Instrument der Stadtgestaltung, der Energieeffizienz und der Lebensqualität. Für eine Stadt, in der man nicht nur mehr sieht, sondern besser.

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