Unterführungen gehören zu den sensibelsten Orten des öffentlichen Raums. Oftmals noch als Un-Orte oder Angsträume wahrgenommen, sind sie in Wahrheit hoch relevante Bestandteile der urbanen Infrastruktur. Sie verbinden Quartiere, fungieren als Brücken oder schaffen Zugänge und un prägen Bewegungsströme im Alltag. Wo Beleuchtung fehlt oder unzureichend ist, entstehen Unsicherheit und Isolation – doch mit durchdachter Gestaltung können Unterführungen zu Orten mit städtebaulicher und atmosphärischer Qualität werden.

Unterführungen markieren Schwellen zwischen Stadträumen. Besucher verlassen einen vertrauten Ort, durchqueren eine Transformationszone und treten in eine neue urbane Umgebung ein. Dieser Prozess der Transition ist nicht nur funktional, sondern auch atmosphärisch bedeutsam. Licht, Raumgestaltung und Materialien prägen die Wahrnehmung dieses Übergangs und vermitteln neben Orientierung auch Identität.
Die Wirkung einer Unterführung steht und fällt mit dem Lichtkonzept. Funktionale und künstlerische Ansätze entfalten nur unter guten Lichtbedingungen ihre volle Wirkung. Zentral ist die visuelle Adaptation am Portal: Tagsüber führt der Übergang vom Sonnenlicht ins Dunkel und beim Austritt in Blendlicht oft zur „Höhlenwirkung“; nachts kehrt sich dieses Verhältnis um.
Ein Lichtkonzept, welches auf veränderliches Tageslicht eingeht, gleicht diese Extreme aus, schafft Sicherheit und eröffnet zugleich atmosphärische Inszenierungsmöglichkeiten. Dies lässt sich bereits in statischen Systemen mit dem richtigen Umgang mit Leuchtdichten erreichen und kann durch tageslichtabhängige und bedarfsgerechte dynamische Steuerungen optimiert werden.
Unterführungen sind städtebauliche Schwellenräume, deren Qualität maßgeblich durch Licht bestimmt wird. Barrierefreiheit, Akustik, Informationssysteme, Nachhaltigkeit und künstlerische Gestaltung sind die Schlüssel, um aus Angsträumen identitätsstiftende Orte zu machen.
DAY & LIGHT versteht diese Räume als gestalterische und gesellschaftliche Aufgabe: Aus funktionalen Durchgängen werden urbane Erlebnisräume, die Sicherheit, Orientierung und Identität in Einklang bringen.
